Dr. Martin Luther King

Visionär des Friedens

Martin Luther King wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta (Georgia) als Sohn schwarzer Eltern geboren und erlebte schon von Kind auf die Rassendiskriminierung und Ungerechtigkeiten, denen die schwarze Bevölkerung besonders in den Südstaaten der USA ausgesetzt war. Martin Luther King setzte sich schon in jungen Jahren für die Gleichberechtigung der Menschen aller Hautfarben ein und sah in dem Inder Mahatma Gandhi, der mit dem gewaltlosen Widerstand die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Herrschaft erreicht hatte, sein großes Vorbild.

Als 1955 Rosa Parks in Montgomery festgenommen wurde, weil sie sich weigerte, einer Weißen ihren Sitzplatz im Bus zu überlassen, rief die schwarze Bevölkerung zum Boykott der städtischen Busse auf. Der „Montgomery-Bus-Boykott“ wurde von Martin Luther King angeführt und dauerte etwas mehr als ein Jahr. 1956 wurde der Boykott durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs beendet, das jegliche Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Montgomery untersagte.

Damit war der Grundstein für den gewaltlosen Widerstand Martin Luther Kings gelegt, der nicht nur bezeichnend für seinen weiteren Lebensweg sein sollte, sondern die Gesellschaft der Vereinigten Staaten grundlegend veränderte. Die Vision des gewaltfreien Widerstandes zur Abschaffung der Rassendiskriminierung war das erklärte Ziel des Bürgerrechtlers. Unzählige Protestmärsche, Kundgebungen und Veranstaltungen zogen immer mehr begeisterte Menschen in den Bann des charismatischen Martin Luther King. Obwohl er absolute Gewaltfreiheit predigte und lebte, wurde Martin Luther King während seines Wirkens mehrmals tätlich angegriffen, außerdem wurden drei Bombenattentate auf ihn verübt, und in der Zeit zwischen 1955 und 1968 wurde er zu mindestens 30 Gefängnisstrafen verurteilt.

Martin Luther KingMartin Luther King ließ jedoch nicht locker und setzte sich weiterhin vehement für die Gleichberechtigung aller Menschen ein. Seine wohl eindrucksvollste Rede hielt er 1963 in Washington, die mit den unvergesslichen Worten „Ich habe einen Traum…“ begann und von der Gleichheit aller Rassen, Hautfarben, Religionen und Klassen handelt. Es ist wohl nicht zuletzt dieser berühmten Ansprache von Martin Luther King zu verdanken, dass kurze Zeit später zwei wichtige Gesetze verabschiedet wurden: die „Civil Rights Act“ von 1964 beendete die Rassentrennung zumindest offiziell und die 1965 erlassene „Voting Rights Act“ verlieh der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht. Für seinen unermüdlichen Einsatz und sein geradezu selbstloses Engagement erhielt Martin Luther King 1964 den Friedensnobelpreis.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Martin Luther King am 3. April 1968 in Memphis (Tennessee), wo er die ebenfalls berühmte Rede „Ich habe das gelobte Land gesehen“ hielt. Einen Tag später wurde er von einem weißen Rassenfanatiker erschossen.

Martin Luther King war fest davon überzeugt, durch gewaltlosen Widerstand und friedlichen Protest jedes Ziel zu erreichen. Der Erfolg gab ihm Recht. Dem wohl größten amerikanischen Bürgerrechtler gelang es, die Rassentrennung aufzuheben, die besonders im Süden der Vereinigten Staaten geradezu menschenunwürdige Ausmaße angenommen hatte. Hierbei nahm sich Martin Luther King auch Abraham Lincoln zum Vorbild, der bereits 1862 die Sklaverei in den USA abgeschafft hatte. Zwar war die Umsetzung der Gleichberechtigungsgesetze noch ein langer und leider auch steiniger Weg, doch konnte die schwarze Bevölkerung seit Mitte der sechziger Jahre erstmals die vollen Bürgerrechte für sich in Anspruch nehmen, was zu einem Gefühl von Freiheit und Emanzipation führte, das wohl für viele Schwarze eine noch größere Bedeutung darstellte als zum Beispiel das Wahlrecht.

Vielleicht spürte Martin Luther King, dass die Zeit für Veränderungen reif war: die Vereinigten Staaten befanden sich inmitten des aussichtslosen und blutigen Vietnamkriegs, der Gewalt und Tod auf die Tagesordnung hob. Ein gewaltfreies Land mit gleichberechtigten Bürgern erschien Martin Luther King als höchstes Ziel, für das er seine ganze Kraft und Energie einsetzte. Martin Luther King war nicht nur ein Visionär für eine bessere Welt, in der alle Menschen einträchtig und gleichberechtigt miteinander leben – er ruhte nicht eher, bis aus seinem großen Traum Wirklichkeit wurde.

Antwort schreiben

Du musst eingeloggt sein um Kommentare zu schreiben