Nelson Mandela

Ein Symbol der Menschlichkeit

Nelson Mandela wurde am 18.Juli 1918 als Rolihlahla Dalibhunga Mandela in Transkei, Südafrika geboren. Sein Name bedeutet übersetzt in etwa „Unruhestifter“. Diesem wurde der junge Mandela jedoch nicht gerecht. Er verlebte eine unspektakuläre und wohlbehütete Kindheit in seinem Heimatdorf.
Schon in frühen Jahren wurde er mit der Apartheid, also der Rassentrennung, konfrontiert. So wurde sein Vater von der weißen Minderheitsregierung seiner Provinz enteignet und verlor somit über Nacht nicht nur seinen Beruf, sondern auch zugleich sein Vermögen. Mandelas Vater starb, als Nelson neun Jahre alt war. Somit wurde er sehr früh nach afrikanischem Recht Anführer seiner Familie und Vorsteher des Haushaltes und musste folglich bereits in jungen Jahren viel Verantwortung übernehmen.

Bereits als junger Jurastudent wehrte sich Nelson Mandela gegen das weiße Minderheitsregime seines Landes und der Tatsache, Nicht-Weißen weniger Rechte in sozialer, wirtschaftlicher und bildungsrelevanter Art einzuräumen. Aufgrund seines Protestes, der überwiegend gewaltfrei ablief, wurde er im August 1962 wegen Hochverrats, bewaffnetem Widerstand gegen die Staatsgewalt und Anstachelung gegen das Apartheid-Regime zu lebenslanger Haft verurteilt. Diese wurde jedoch im Jahre 1990 nach langem internationalem Protest und Druck der Öffentlichkeit aufgehoben. Der damalige Staatspräsident F.W. de Klerk hatte den Befehl zur Freilassung Mandelas erteilt. Er und Mandela erhielten für ihre Leistungen um ihr Heimatland und die Abschaffung der Apartheid im Jahre 1993 den Friedensnobelpreis. Ein Jahr später wurde Mandela zum ersten dunkelhäutigen Präsidenten Südafrikas ernannt. Nach seinem Rücktritt im Jahre 1999 blieb er seiner Linie treu und betätigte sich als Anwalt für diverse soziale Projekte sowie Menschenrechts-Organisationen.

Heutzutage fällt es vielen Menschen sicher schwer zu glauben, dass die Apartheid, also die Rassentrennung bis in die späten 80er Jahre in Südafrika als „normal“ angesehen wurde und auf der Tagesordnung stand. Doch leider endete dieses traurige Kapitel für Südafrika erst zu Beginn der 90er Jahre. Der Auslöser hierfür geht zurück bis in die Zeit der Kolonialisierung, als die europäischen Stämme Afrika für sich entdeckten und bevölkerten. Hierbei kam es schnell zu Rassenkonflikten zwischen den Ureinwohnern Afrikas und den Kolonialmächten Großbritannien und den Niederlanden. Diesen inneren Unfrieden konnte das Land Südafrika niemals ganz überwinden und bedeutete die Geburtsstunde der Rassentrennung, die sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens erstreckte und die im Kern weiße Menschen als „höhere und wertvollere Rasse“ ansah als alle anderen Hautfarben und kulturellen Gruppen. Die Legitimation hierfür zogen die Apartheid Befürworter aus verschiedenen ideologischen Lehren und wandelten sie entsprechend ab. Die Niederländer argumentierten ihre politische Anschauung beispielsweise mit der Calvinistischen Prädestinationslehre, die besagt, dass jeder Menschen Schicksal durch bestimmte Faktoren bereits bei der Geburt vorbestimmt und unabänderlich sei.

Im Alltag erforderte die Apartheid nicht nur einen immensen administrativen und somit kostenspieligen Aufwand, sondern bedeutete über eine lange Zeit eine Zwei-Klassen-Gesellschaft für das Land, das in naher Zukunft der Ausrichter der Fußball Weltmeisterschaft sein wird.
So gab es für weiße und andersfarbige Menschen getrennte öffentliche Toiletten, Schulen, Bildungseinrichtungen im Allgemeinen und räumlich getrennte Abteile in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese als „Kleine Apartheid“ benannte Trennung der Rassen war somit jedem Bürger und Besucher des Landes stets präsent. Viele Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung blieben folglich einem Großteil der Bevölkerung verwehrt. Doch damit nicht genug. Die so genannte „Große Apartheid“ sah vor, dass weiße und andersfarbige Menschen in getrennten Stadtteilen leben mussten. Während die Vororte der Weißen stets von besserer Lebensqualität und besserer Anbindung an die Infrastruktur gekennzeichnet waren, mussten alle anderen Menschen mit Wohnsiedlungen jenseits von Müllhalden leben, zumeist ohne Anbindung an Einrichtungen des täglichen Lebens. Wenn der Wohnraum für die weiße Bevölkerung erschöpft war, so wurden die andersfarbigen Bewohner kurzerhand ausgesiedelt und weiter in die Außenbezirke der Städte verbannt. Jeder andersfarbige Bürger wurde mit dem Buchstaben „C“ („Coloured“, also „farbig“) in seinem Ausweis als unerwünschte, aber halbwegs geduldete Person gebrandmarkt. Es verwundert nicht weiter, dass dies von den vertriebenen Bürgern nicht stillschweigend hingenommen wurde. So waren Krawalle und tote Widerständler gegen das Regime lange Jahre an der Tagesordnung in Südafrika.

Nelson Mandela wird in einem Atemzug mit dem Ende der Apartheid genannt. Durch ihn wandelte sich das Land von einer rassenorientierten Diktatur zu einem gleichheitsorientierten demokratischen Südafrika. Mandela ist zum Inbegriff und Symbol des Sieges der Menschheit gegen den Rassismus in Afrika geworden. Ein Leidensweg für ihn, der ihn 27 Jahre lang in Haft brachte ehe der Widerstand der restlichen Welt derart groß wurde, dass der Rassismus in Südafrika beendet wurde und Mandela in Freiheit entlassen werden konnte.

Die Worte „Gemeinsam sind wir stark“ sind also nicht bloß leere Floskeln, wie man an dem Beispiel Mandelas erkennen kann. Der friedliche Zusammenhalt der Menschen ist heutzutage wichtiger denn je. Nur wenn sich viele Stimmen erheben, können Missstände aufgedeckt und beseitigt werden. Mandela ist aufgrund seines gewaltlosen Widerstandes und seiner Vision einer besseren und sozialen Welt in einem Atemzug zu nennen mit weiteren Bürger- und Menschenrechtlern des vergangenen Jahrhunderts, wie etwa Martin Luther King, der sich vor allem für die afrikanischen Immigranten der Vereinigten Staaten und die Abschaffung der Rassentrennung eingesetzt hat.

Derzeit setzt Nelson Mandela sich mit seinem Projekt „46664“ für AIDS kranke Kinder ein und das Projekt trägt den Namen seiner Häftlingsnummer, die er ihm auf der Gefängnisinsel Robben Island zugeteilt wurde.

Im Jahr 2007 erschien ein Film von Joseph Fiennes, basierend auf den Memoiren von Nelson Mandelas Gefängniswärter James Gregory. Der Film trägt den Titel „Goodbye Bafana“ und bringt dem Zuschauer das Leben von Nelson Mandela viel näher, als beispielsweise Bücher oder Reportagen über Nelson Mandela.

Nelson Mandela wird stets als Legende der Menschlichkeit und Kämpfer für das Gute in Erinnerung bleiben auch weit über seinen Leben hinaus.

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