Che Guevara

Ernesto Rafael Guevara de la Serna, den meisten eher als Che Guevara bekannt, war wohl der bekannteste Revolutionär der heutigen Zeit. Sein Leben lang setzte er sich unter als Politiker und Guerillakämpfer für seine Ziele und Ideen ein.
Geboren wurde Che Guevara am 28. Juni 1928 in der argentinischen Stadt Rosario. Aufgrund einer Asthmaerkrankung konnte er keine öffentliche Schule besuchen, als sich seine gesundheitliche Verfassung besserte, suchte er daher umso mehr soziale Kontakte, besonders zu Menschen aus den Armenvierteln, obwohl Che selbst in einer wohlhabenden Familie aufwuchs.
Che Guevara, der die miserablen Zustände der unteren Gesellschaftsschichten durch viele seiner Freunde erst im frühen Jugendalter Kennerlernte, empfand die gesellschaftlichen Ungleichheiten als alarmierend und fatal, so wurde schon früh der Grundstein für seine politische Entwicklung gelegt.
Seit dieser Zeit begann die politische Unzufriedenheit in ihm aufzukommen, die ihn später zu seinen Taten bewegten, obwohl er selbst nie persönlich unter den negativen Seiten der gesellschaftlichen Strukturen leiden musste.

Der Tod seiner Großmutter veranlasste den sensiblen Che Guevara zu einem Medizinstudium an der „Universidad Nacional de Córdoba“, er wollte so seinen Wunsch, Menschen zu helfen in die Tat umsetzen.
Sein Doktorexamen erhielt er jedoch erst später, da er zuvor mit einem Freund eine Reise durch den lateinamerikanischen Kontinent plante, um die sozialen Umstände auch über die Landesgrenzen hinaus kennen lernen zu können.
Während seiner Aufenthalte erkannte er schnell, dass es um die gesellschaftliche Gerechtigkeit in den Nachbarnationen ähnlich bestellt war wie in seiner argentinischen Heimat, wenn nicht gar schlimmer.
Auf einer weiteren Reise beobachtete Che nach dem Abschluss seines Studiums erstmals in Costa Rica das Agieren eines Weltkonzerns „United Fruits“, als er durch die von ihm kontrollierten Gebiete strich und die Zustände der hier angestellten Arbeiter miterlebte.

Nicht nur hier war er berührt von der Art Teufelskreis, in die jedes Mitglied der unteren Gesellschaftsschicht geriet. Die Kinder konnten sich eine Zukunftssichernde Ausbildung weder finanziell noch zeitlich leisten, da sie ihre Eltern durch harte körperliche Arbeit beim Ernähren der gesamten Familie unterstützen mussten. Der Mangel an Bildung wiederum verhinderte jedoch den Einstieg in einen höher bezahlten Beruf und zwang so die nächste Generation der Familie zu früher Hilfeleistung.
Che Guevara wusste, der Schritt aus der Armut würde den meisten Familien nicht allein gelingen und so war es an der Politik, ihnen Hilfe zu stellen, etwas an den Umständen zu ändern, die Menschen im ganzen Land zum Zusammenhalt zu bewegen, sich Arm und Reich nicht durch Hass und Angst voneinander distanzieren zu lassen. Die Peruanerin Hilda Gadea, die Che Guevara auf seiner Reise in Guatemala Kennerlernte, brachte ihm den Marxismus näher, er beschäftigte sich ausgiebig mit den Lehren, traf weitere Gleichgesinnte.
Che Guevara erlebte mit, wie in Guatemala der Präsident des Landes Jacobo Arbenz Guzmán gestürzt wurde, was Che Guevara verhindern wollte, weil Guzmán sich für das Volk eingesetzt hatte, etwa einen Mindestlohn einführte.

Der neue Präsident Castillo Armas hingegen ließ viele von Guevaras Freunden aufgrund ihrer politischen Einstellung und ihre Ablehnung gegen seine Amtsübernahme festnehmen.

Im Sommer 1955 lernte Guevara Fidel Castro kennen, der sich zu dieser Zeit im Exil in Mexiko befand und ähnliche politische Gedanken hatte wie Che Guevara. Mit ihm und einigen anderen Exilkubanern wollte er in Kuba den aktuellen Präsidenten Batista stürzen, Che Guevara schloss sich ihnen an und reiste als Militärarzt mit.
Erneut wurden er und seine Mitkämpfer verhaftet, als ihre Absichten und ihre politische Haltung aufflogen. Sie ließen sich jedoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen und so begannen sie im Jahre 1956 nach ihrer Freilassung der Guerillakrieg und die kubanische Revolution.
Che Guevara war zwar nur als Arzt tätig, erkannte aber schnell, dass eine Ideale ihn zum aktiven Kampf verpflichteten und so übernahm er selbst militärische Aufgaben, wurde durch seine taktisches und strategisch Geschick zum Anführer der Revolution.

Während seines Kampfes im kubanischen Guerillakrieg entwickelte Che Guevara die Ideologie des „Neuen Menschen“. Er wollte die Menschen dazu bewegen, sich von dem Ziel des Vermögens zu lösen, nicht vorwiegend ihr Handeln nach dem eigenen wirtschaftlichen Erfolg zu richten, sondern danach, etwas Neues, Sinnvolles zu schaffen, das sich und vor allem seinen Mitmenschen hilft.
Als Vorbild nannte er stets den Guerillakämpfer, der ein Leben für das Recht vieler Menschen riskierte, es stand also weniger der eigene Vorteil im Vordergrund, als viel mehr die Verbesserung belastender Umstände.
Durch das an diesen Idealen orientierte Handeln der ganzen Gesellschaft und somit aller Schichten sollte der „Neue Mensch“ entstehen, ein Mensch, der sich nicht durch das Anhäufen von Geld und Wohlstand bereichert fühlt, sondern einer, für den das höchste Gut und somit seine Erfüllung in der Schaffung einer besseren Welt für alle liegt. Der neue Mensch, der solche Ziele hat und sein Handeln nach ihnen richtet, lässt sich nicht hinreißen, durch Hinterhalt oder Gier andere ins Unglück zu stürzen.
Che inspirierte durch seine Ideale Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu Zusammenhalt und sorgte dafür, dass sich viele von ihnen für soziale Gerechtigkeit einsetzten und politische Diktaturen nicht stimmenlos hinnahmen. Guevara verlor sein Leben jedoch im Jahre 1967, als er als Gefangener ohne Gerichtsverhandlung erschossen wurde.

Man sieht heute noch oft Fahnen von Che Guevara oder vor allem Jugendliche die ein T-Shirt mit seinem Gesicht tragen. Wäre Che Guevara Heute noch am leben, würde es Kuba sicherlich heute besser gehen, vielleicht hätte er auch einige Kriege verhindern können.
Che Guevara wurde dem Staat wohl ein zu großes Dorn im Auge wie Martin Luther King oder die Familie Shakur.

The Good die Young!

Che Guevara * 14. Juni 1928 † 9. Oktober 1967

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Kommentare

Erstellt am
Sep 03, 2008
Erstellt von
Claudia Wagener

Vielen lieben dank für die ausführliche und sehr klar dargestellte Beschreibung, durch sie haben ich viele neue und interessant Hintergründe erfahren dürfen. Vielen Dank mit freundlichen Grüßen Claudia Wagener

Erstellt am
Okt 24, 2008
Erstellt von
Guest01

Naja, ich verstehe eigentlich nicht ganz so viel von diesem Thema deswegen wäre ich äußerst dankbar wenn mir jemand die Frage beantworten könnte, ob es jetzt eigentlich in irgendeiner Art schlimm oder sogar rassistisch wäre ein solches T-Shirt mit einem „Che“ aufdruck zu tragen? Schließlich vergleichen einige Leute „Che“ mit A.H. desshalb ist mir diese Frage eingefallen, würde mich über eine Pn freuen..

Erstellt am
Dez 03, 2011
Erstellt von
Gaucho

Che kämpfte für Ideale wie, soziale Gerechtigkeit unabhängig der Rasse und des geselltschaftlichen Hintergrunds. Er wollte eine gemeinschaftliche Welt,in der jedes Individuum sein Teil zu einer besseren Welt beiträgt.Ihn mit Hitler zu vergleichen,wäre eine Beleidigung.Hauptsächlich die USA und die CIA haben versucht Guevaras Bild zu beschädigen.Er war Radikal,Abenteuerlustig…aber auch Sensibel,Solidarisch und Menschlich!!! Er stellte ein Feindbild für die USA dar, da er deren menschenunwürdiges Verhalten in Form von ihrem informellen Imperialismus, mit dennen sie Tausende Arbeiter ausbeuteten und ermordeten, stoppen!! Er war Ideal-Kommunist.Deswegen kritisierte er auch den Sowjetkommunismus und wollte sich von dennen abwenden,doch Kuba war abhängig von der UDSSR,in wirtschaftlicher Hinsicht.Er wollte nicht weniger als die Welt verändern,und das wurde ihm zum Verhängnis!!

Erstellt am
Mai 09, 2009
Erstellt von
danielcassellius

jawoll sehr gut mals zu lesen und die einbicke jut jut gemacht….danke merci gratzie

Erstellt am
Jun 23, 2009
Erstellt von
2ba

@Guest01
Nein es ist absolut nicht schlimm so ein t-shirt zu tragen denn das Che aufdruck ist ein Symbol für Frieden und Freiheit

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